Evriviadis hat 1996 sein Studium der Agrarwissenschaften abgeschlossen und übernahm gleich die Geschicke des Familienbetriebes. Als ausgebildeter Agronom hat er naturgemäß den Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Weinberge gesetzt. Von Beginn an bewirtschaftete er die eigenen Weinberge biologisch, bald darauf stellte er auf Biodynamie um. Bei ihm ist der biodynamische Anbau kein Marketinginstrument, um den Verkauf anzukurbeln, es ist eine Lebensphilosophie, die er auch im privaten Leben praktiziert! Er beugt sich keinen Modetrends, das macht seine Weine nicht jedermanns Sache. Sie haben ihren eigenen Stil und Charakter. Aus Überzeugung baut er nur lokale Rebsorten an und verzichtet bewusst auf jede Art von Marketing. Seine Weine sind außerhalb der Insel schwer zu bekommen und wenn, dann nur in homöopathischen Mengen. Trotz der großen Nachfrage und der geringen Mengen, sind die Preise seiner Weine nicht abgehoben, was für die Bescheidenheit und Bodenständigkeit von Evriviadis spricht.
Die Insel Kephalonia, wie auch die anderen ionischen Inseln, verfügt über einige der interessantesten Rebsorten Griechenlands: Robola, Mavropdaphne, Tsaousi, Vostilidi um nur manche davon zu nennen. Auch die Böden, die reich an Kalkstein sind, eignen sich bestens für den Weinbau. Leider wurde in den letzten 50 Jahren die Weinanbaufläche dramatisch reduziert. War zunächst das verheerende Erdbeben von 1953 schuld daran, dass viele Familien in die Flucht getrieben wurden, entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten der Tourismus zum größten Problem. Denn der Tourismus ist Segen und Fluch zugleich. Immer mehr Touristen strömen auf die Insel, das sorgt für mehr Arbeitsplätze und bessere Einkommen. Auf der anderen Seite macht er die Preise für das Land so teuer, dass der Weinbau sich immer weniger lohnt. Sclavos folgt unbeirrt seinem natürlichen Instinkt und seinem Idealismus und betreibt weiterhin biodynamischen Anbau, obwohl er ein gemütlicheres Leben haben könnte.